Besuch bei Themroc
Film und Installation     2004     DV 10 min


FILMcollagenZeichnungenTeam

 

 

Die Arbeit verschränkt Sequenzen des Kultfilms „Themroc“, in dem der Held gegen die Zwänge des Fordismus rebelliert, mit eigenem Filmmaterial, das in einer nicht näher benannten sozialistischen Planstadt gedreht wurde und das Ende der industriellen Gesellschaft beschreibt.

In dem Film Themroc wird das Ende der Arbeitsgesellschaft als positive Utopie beschrieben und der fordistische Arbeitsplatz und die damit verbundene Routine als Disziplinierungsmoment ironisch dargestellt. Der Hauptdarsteller (Michel Piccoli) befreit sich von den Zwängen der Arbeitsgesellschaft, mauert die "normalen" Zugänge zu seiner Wohnung zu und schlägt ein Loch in seine Wand, um ein befreites, anarchistisches Leben zu leben. Die von mir gedrehten Szenen in der Planstadt, die explizit für eine Industriegesellschaft gebaut wurde, beschreiben, wie die Disziplinierung der Fabrik auch auf die in die Freizeit entlassenen Personen zugreift und das untätig sein verwaltet und organisiert wird.

Diese Bilder organisierter Untätigkeit stelle ich in einer Art Parallelmontage Bildern aus Themroc gegenüber, die die nicht zuordenbare, von Arbeit befreite, Aktivität Michel Piccolis zeigen.
Dann kreuzen sich die Geschichten. Ein analoger Wecker wandelt sich in einem matchcut in einen digitalen Wecker. Aber für die Helden beider Filmteile ist der Wecker sinnlos geworden.


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