Die Arbeit verschränkt Sequenzen des Kultfilms „Themroc“,
in dem der Held gegen die Zwänge des Fordismus rebelliert, mit eigenem
Filmmaterial, das in einer nicht näher benannten sozialistischen Planstadt
gedreht wurde und das Ende der industriellen Gesellschaft beschreibt.
In dem Film Themroc wird das Ende der Arbeitsgesellschaft als positive Utopie
beschrieben und der fordistische Arbeitsplatz und die damit verbundene Routine
als Disziplinierungsmoment ironisch dargestellt. Der Hauptdarsteller (Michel
Piccoli) befreit sich von den Zwängen der Arbeitsgesellschaft, mauert die
"normalen" Zugänge zu seiner Wohnung zu und schlägt ein
Loch in seine Wand, um ein befreites, anarchistisches Leben zu leben. Die von
mir gedrehten Szenen in der Planstadt, die explizit für eine Industriegesellschaft
gebaut wurde, beschreiben, wie die Disziplinierung der Fabrik auch auf die in
die Freizeit entlassenen Personen zugreift und das untätig sein verwaltet
und organisiert wird.
Diese Bilder organisierter Untätigkeit stelle ich in einer Art Parallelmontage
Bildern aus Themroc gegenüber, die die nicht zuordenbare, von Arbeit befreite,
Aktivität Michel Piccolis zeigen.
Dann kreuzen sich die Geschichten. Ein analoger Wecker wandelt sich in einem
matchcut in einen digitalen Wecker. Aber für die Helden beider Filmteile
ist der Wecker sinnlos geworden.